Wenn von veganen Innovationen gesprochen wird, denken viele zuerst an Hafermilch, Fleischalternativen oder pflanzliche Burger. Doch im Aargau arbeitet ein Unternehmen an einer ganz anderen Lösung.
Das Brügger Foodtech-Unternehmen Yeastup entwickelt aus überschüssiger Bierhefe hochwertige vegane Proteine und Ballaststoffe. Was früher meist als Tierfutter endete, soll künftig als nachhaltige Zutat für Lebensmittel dienen.
Vom Brauerei-Nebenprodukt zum Lebensmittel
Bei der Bierherstellung fallen täglich grosse Mengen Bierhefe an. Diese enthält wertvolle Proteine und Ballaststoffe. Yeastup hat ein Verfahren entwickelt, um diese Inhaltsstoffe schonend zu gewinnen und für die Lebensmittelindustrie nutzbar zu machen. Dabei entstehen die Produktlinien «Yeastin®» und «UpFiber®».
Besonders interessant: Die Proteine werden nicht eigens produziert, sondern aus einem bereits vorhandenen Nebenprodukt gewonnen. Dadurch werden Ressourcen geschont und Lebensmittelabfälle reduziert. Das Prinzip nennt sich «Upcycling».
Vegane Alternative zu Ei und tierischem Protein
Die von Yeastup entwickelten Proteine können in zahlreichen veganen Produkten eingesetzt werden.
Laut dem Unternehmen eignen sie sich unter anderem für:
- vegane Proteinriegel
- pflanzliche Fleischalternativen
- Backwaren
- vegane Aufstriche
- funktionelle Lebensmittel
- Sporternährung
Besonders spannend ist die Möglichkeit, Eier in Rezepturen zu ersetzen. Die Proteine übernehmen ähnliche Funktionen wie Eiweiss und sorgen für Bindung, Stabilität und Textur.
Nachhaltiger als viele andere Proteinquellen
Besonders bemerkenswert sind die ökologischen Vorteile.
Eine gemeinsam mit der FHNW durchgeführte Ökobilanz zeigte, dass ein Burger auf Basis der Yeastup-Proteine einen deutlich kleineren ökologischen Fussabdruck aufweist als vergleichbare Burger aus Rindfleisch oder Erbsenprotein. Je nach Bewertungsmethode konnte die Umweltbelastung um bis zu 74 bis 81 Prozent reduziert werden.
Da weder zusätzliche Landwirtschaftsflächen noch Bewässerung notwendig sind, gilt die Technologie als vielversprechender Ansatz für eine nachhaltigere Lebensmittelproduktion.
Innovation aus dem Aargau
Mit seinem Sitz in Brugg zeigt Yeastup, dass Innovationen für eine nachhaltigere und tierfreundlichere Ernährung nicht nur aus dem Ausland kommen müssen.
Auch wenn die Produkte aktuell noch vor allem als Zutaten für andere Hersteller dienen, könnte die Technologie in den kommenden Jahren dazu beitragen, neue vegane Lebensmittel mit weniger Ressourcenverbrauch und geringerem Tierleid zu ermöglichen.
Vielleicht steckt schon bald ein Stück Aargauer Innovation in deinem nächsten veganen Proteinriegel oder Burger.
